
Flora.exe handelt vom Ringen um Aufmerksamkeit. Wir schenken sie unseren Handys, der Technik, der Onlinewelt und vergessen dabei die Natur und die Pflanzen. Sie wird ausgeblendet, übersehen und leidet unter unserem Verhalten. In unserem Projekt steht Flora im Mittelpunkt. Mit Sensoren nimmt sie die Beachtung wahr, die ihr entgegengebracht wird. Ihre Gedanken und Hilfeschreie überträgt sie über einen Fernseher an den Betrachter. Erhält sie Aufmerksamkeit, wandelt sich das Gemälde in eine wunderschöne, lebendige Landschaft. Doch wenn sie bemerkt, dass Fotos von ihr gemacht werden wandelt sich die Stimmung. Das Bild wird düster und hoffnungslos. Der Widerspruch, dass die Pflanze nur über Technik mit uns kommunizieren kann, zeigt, wie entfremdet wir von der Natur sind. Sie kann nur durch den Filter der Technologie zu uns durchdringen, um unsere Beachtung zu erlangen.
Was hat es mit der Pflanze auf sich? Wie kann ich mit ihr interagieren? Das ist unkomplizierter als es erscheinen mag, denn die Pflanze reagiert auf bestimmte äußere Reize. Die folgenden Aktionen wirken sich direkt auf die Pflanze, und somit auf das generierte Bild aus.

Du näherst dich – das Bild wird lebendig.
Die Pflanze spürt deine Präsenz. Formen fließen, Farben leuchten – als würde die Natur atmen.

Du greifst zum Handy – das Bild zerfällt.
Dein Fokus wandert – und mit ihm zerbricht die Verbindung. Das Bild wird stumm. Die Natur auch.

Du bleibst still – die Pflanze bleibt es auch.
In der Ruhe liegt die Kraft. Die Pflanze verharrt, das Bild bleibt ruhig und unverändert.

